artefakt | trillerpfeife


So steht es im Lexikon: Signalinstrument zur Erzeugung und Weitergabe akustischer Signale und gelegentlich als Musikinstrument. Sie wird mit dem Mund wie eine Kernspaltflöte angeblasen und erzeugt ein typisches Trillern.

So könnte man es auch ausdrücken: Wo der Lehrer die Schüler nicht mehr erreicht, wo Worte ungehört verhallen, wo sprachliche Kommunikation am Ende ist, dort schlägt die Stunde der Trillerpfeife. Der Luftstrom aus dem Mundstück fegt über eine Kante, die Kugel rotiert, es trillert und man ist wieder Herr der Lage. Zur Ehrenrettung der pädagogischen Wissenschaft muss man hinzufügen, dass die Fachliteratur Lehrern dazu rät, dieses schneckenförmige Gehäuse mit erbsengroßer Kugel nur in ganz schwierigen Situationen einzusetzen.

 

Der Engländer Joseph Hudson war nicht nur Werkzeugmacher ,sondern spielte auch Violine. Es war 1880, als ihm sein Instrument einmal auf den Boden fiel und dabei dieses Geräusch erzeugte, das ihm nicht mehr aus dem Ohr ging und ihn zur Erfindung der Trillerpfeife inspirierte. Die Bobbies auf der Polizeistation, auf der Hudson es vorführte, waren begeistert.

 

Ein Erfolgsmodell wurde die Trillerpfeife allerdings zuallererst auf den Fußballplätzen des späten neunzehnten Jahrhunderts.  Bis zu Hudson Erfindung mussten die Schiedsrichter mit weißen Tüchern wedeln, um ein Foul oder ein Tor anzuzeigen.

 

Foto oben: Fußballgeschichte 1892, gemeinfrei, wikipedia

Foto unten: Bobbypfeife, Christoph Waghubinger (Lewenstein)