Die Römer kannten sie schon, blieben bautechnisch dennoch vorzugsweise bei Keilen und Bolzen. Und so musste die Schraube bis zu ihren historischen Auftritten noch lange lange warten. Zum ersten
Mal Anfang des 15. Jahrhunderts, kurz bevor Johannes Gutenberg seine Papierbögen mittels eines mächtigen Spindelgewindes auf die Bleilettern seiner Presse drücken ließ, wird schriftlich erwähnt,
wie man das macht, mit Schraube und Mutter. Heute genießen Schrauben Anerkennung und Ehrfurcht. Einmal verschraubt, immer verschraubt. Aber danach bleibt oft ein Loch.
Schrauben bieten auch Vorlagen für gestalterischen Ehrgeiz bei monumentalen Treppenhäusern und kunstvollen Möbelstücken. Das Prinzip der Schraube macht aber Dinge nicht nur fest, sondern
transportiert beispielsweise unter dem Arbeitstitel Wasserschnecke kostbares Nass von unten nach oben. Und denken wir nur an die Doppel-Helix, die in jeder Zelle Leben aktiv ist
und auch irgendwie so aussieht. Das Prinzip der Schraube trennt das Genaue vom Fahrlässigen - wie man an so manchem Selbstbaumöbel eindrucksvoll betrachten oder ablesen kann.
Fotos oben: Technische Sammlung Würth
Foto unten: Stiftschrauben in einer Dampfturbine; Markus Schweiss