William Oughtred, ein anglikanischer Geistlicher, legte Anfang des 17. Jahrhunderts — einfach nur mal so— zwei logarithmische Skalen nebeneinander, und siehe da, es wurde in den Jahrhunderten danach eine Revolution der Messtechnik daraus. Fortan benötigten die Landvermesser, die Astronomen und Maschinenbautechniker der Weltgeschichte keine Logarithmentafeln mehr, die ihnen Krümmungen und Ballistik erklärten. Plötzlich war es möglich, dass man multiplizieren konnte, einfach nur durch Addition. Und Division wurde zur Subtraktion. — Alles mittels der Skalen auf den Läufern und Zungen des Rechenschiebers.
In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte der überdimensionale Rechenschieber zur Grundausstattung jedes Mathematik-Unterrichts. Da wurden Zahlen und Logarithmen übereinander und untereinander geschoben, um gut geschmiert zu erklären, was gar nicht so einfach zu erklären war. Dass sich die Basis eines Logarithmus’ führt uns zu der Ausgangszahl und letztlich zu dem Logarithmus selbst. Das Geheimnis der Zahl 1 bestand und besteht darin, dass, nimmt man sie zur Basis für Multiplikationen und Potenzen immer Null herauskommt. Und das Geheimnis der Zahl 0(null) besteht darin, dass sie für jede Zahl dieser Welt, angefangen von 1(eins) bis hin zum Brutto-Inlandsprodukt der USA (mehrere Billionen Dollar und so lange Rechenschieber gibt es nichts) jene Potenz ist, mit der im Ergebnis wieder eine 1(eins) herauskommt.
Beachtlich ist, dass die beiden Zahlen, um die sich alle Logarithmuskurven und alle Basis-Zahlen dieser Welt drehten und drehen, die Null und die Eins sind, ganz so wie im binären Zahlensystem der Computerwelt. Zufall?
Foto oben: Thorsten Richter
Foto unten: Aristo HyperLog, Raimond Spekking, CCBY - SA 4.0