Die Geschichte der Kaffee-Zubereitung ist die Geschichte ihrer Symbolisierung. Nein, da zerstößt man nicht einfach ein paar Bohnen mit einem Mörser. Da gießt man nicht einfach heißes Wasser in ein Behältnis. Kaffeemühlen und Kaffeemaschinen verraten viel über ihre Besitzer. Das erste Kaffeehaus der Welt wurde 1554 in Istanbul eröffnet. Tausend Jahre vorher entstanden die ersten Legenden über die Wirkung des Kaffees. Äthiopische Ziegenhirten bekamen Stress, weil ihre Tieren wie aufgeregt herumsprangen, nachdem sie die roten Beeren eines Strauchs gegessen hatten. Mönche eines nahen Klosters, professionelle Frühaufsteher, entwickelten daraus das Getränk, dessen Siegeszug bis heute nicht beendet ist. Die Welt stellte fest: Kaffeegenuss fördert die Benutzung eines klaren Verstandes. Voltaire und Rousseau sollen bis zu fünfzig Tassen pro Tag getrunken haben — sagt man. Preußenkönig Friedrich Wilhelm I war das nicht geheuer. Er sei schließlich mit Biersuppe großgezogen worden und es hätte seiner Denkfähigkeit nicht geschadet. Handkaffeemühlen wurden in Europa seit Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut, weiterentwickelt und massentauglich gemacht. Wandmühlen, Zahnradmühlen mit Schwungrädern, Schossmühlen, Hockermühlen, kleine runde Reisemühlen, unzählige Varianten von Tischmühlen, rund, eckig, in Gestalt von Kirchen, Kaffeemühlen aus Handgranaten, aus Holz geschnitzt. Das Kaffeemühlenmuseum Wiernsheim hat unzählige Exemplare aus über drei Jahrhunderten in seinen Bestand überführt.
Fotos oben: Kaffeemühlenmuseum Wiernsheim
Foto unten: Türkische Kaffeemühle 1931, M. Todorovic, CC BY-SA 4.0